Der ADAC setzt sich als Lobby für Autofahrer und als Automobilclub für die Rechte der Autofahrer und für deren Sicherheit ein. Er testet Jahr für Jahr viele Autos, aber auch alles, was für die Sicherheit auf der Straße gebraucht wird. Autoreifen gehören dazu, der ADAC testet Sommer- und Winterreifen sowie einige Ganzjahresreifen. Die Tests und deren Ergebnisse werden teilweise von Autofahrern lange herbeigesehnt und sind eine wichtige Orientierungshilfe für den Kauf. Trotzdem sind in jedem Winter immer noch viele Autofahrer mit der falschen Bereifung unterwegs, sie fahren mit einem stark abgefahrenen Profil, sind teilweise mit Sommerreifen unterwegs oder kaufen die falschen Reifen. Es ist nicht verboten, im Winter mit Ganzjahresreifen zu fahren, doch bieten diese Reifen nicht die Sicherheit, wie sie Winterreifen bieten können. Der ADAC testet daher Winter- und Ganzjahresreifen, um den Autofahrern eine gute Vergleichsmöglichkeit zu bieten. Viele Fahrer kaufen billige Winterreifen, um zu sparen, doch sparen sie dabei an ihrer Sicherheit. Der ADAC will das mit seinem Winterreifentest ändern, er testet Reifen verschiedener Größen, von zahlreichen Herstellern. Dabei müssen die Reifen bei zahlreichen Testkriterien ihre Qualitäten beweisen.

ADAC Winterreifentest – so testet der ADAC

In jedem Jahr testet der ADAC Winter- und Ganzjahresreifen in mehreren Größen, für die gängigen PKW-Dimensionen. So werden beispielsweise Reifen für die Kompaktklasse, für Kleinwagen, aber auch für große Fahrzeuge getestet.1*) Der ADAC testet das Verhalten der Reifen auf trockener und auf nasser Fahrbahn sowie bei Eis und Schnee. Nur in aufwendigen Tests kann das Verhalten der Reifen ermittelt werden. Der ADAC arbeitet bei seinen Tests mit verschiedenen Partnern zusammen, darunter mit der Stiftung Warentest und anderen europäischen Verbraucherschutzorganisationen. Die Testmethoden werden genau festgelegt, um einheitliche Werte und gute Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten. Der ADAC kauft die Reifen dafür anonym im Handel. Für alle Tests, die vom ADAC durchgeführt werden, erfolgt eine umfangreiche Qualitätsabsicherung. Ein internes Testtool wird genutzt, in Anlehnung an DIN 66054. Für die Tests gelten labor- und projektspezifische Qualitätssicherungen, beispielsweise nach ISO 9001 oder ISO 17025:2005. Jeder Test muss mehrere Projektphasen durchlaufen:

  • Testplanung
  • Auswahl und Beschaffung von Testprodukten
  • Durchführung der Tests
  • Auswertung und Dokumentation der Testergebnisse
  • Darstellung der Ergebnisse.

Die Auswahl und die Beschaffung der Testprodukte spielt eine wichtige Rolle, dabei müssen die Funktion, der Preis, die Innovation und die Langlebigkeit berücksichtigt werden. Wichtig sind dabei auch die Marktstärke, die Relevanz für den Verbraucher und teilweise die Zielgruppe.2*)

Aktuelle Testobjekte im ADAC Winterreifentest

In jedem Jahr nimmt der ADAC Reifen ganz bestimmter Dimensionen näher unter die Lupe. Im Jahre 2013 testete der ADAC Winterreifen der Abmessungen 185/60 R15 T sowie 225/45 R17 H. In jeder Kategorie werden die Winterreifen auf das Fahrverhalten auf trockener und nasser Straße sowie bei Schnee und Eis geprüft. Weiterhin werden die Geräuschentwicklung, der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß der Reifen getestet. Den einzelnen Testkriterien kommt eine unterschiedliche Gewichtung zu, so hat das Fahren auf trockener Straße eine Gewichtung von 15 %, das Fahren auf nasser Straße eine Gewichtung von 30 %, das Fahren auf Schnee eine Gewichtung von 20 % und das Fahren auf Eis eine Gewichtung von 10 %. Der Geräuschentwicklung wird eine Gewichtung von 5 % zugeschrieben, während Kraftstoffverbrauch und Verschleiß jeweils eine Gewichtung von 10 % haben. Alle Ergebnisse werden durch Zahlen, ähnlich den Schulnoten, dargestellt, eine niedrige Zahl steht für ein gutes Testergebnis. Zusätzlich vergibt der ADAC Testnoten als Gesamtnoten, die sich aus dem Durchschnitt der einzelnen Testergebnisse ergeben. Der ADAC orientiert sich dabei an Schulnoten, er vergibt die Noten sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend und mangelhaft. Diese Noten werden durch Symbole und gleichzeitig durch Farben dargestellt.

Testkategorie 185/60 R15 T

In der Testkategorie 185/60 R15 T wurden 17 Reifen getestet, kein Reifen dieser Kategorie schaffte es auf die Note sehr gut. Allerdings wurde für sieben Reifen die Note gut vergeben. Diese Testsieger sind Reifen der Marken Continental, Dunlop, Firestone, Michelin, Nokian, Goodyear und Semperit. Von 17 Reifen erreichten sieben die Note befriedigend, ein Reifen erhielt die Note ausreichend. Immerhin haben zwei Reifen, nämlich ein Produkt der Marke Kormoran und eines der Marke Marangoni, den Test nicht bestanden, sie erhielten die Note mangelhaft.3*)

Testkategorie 225/45 R17 H

In der Testkategorie 225/45 R17 H testete der ADAC 15 Reifen; von ihnen erhielt keiner die Note sehr gut. Allerdings konnten vier Reifen die Note gut erhalten, das waren Reifen von Continental, Bridgestone, Michelin und Uniroyal. Die meisten Reifen, nämlich neun Modelle, erhielten die Note befriedigend. Die Note ausreichend erhielt keiner der Reifen, doch immerhin bestanden zwei Reifen den Test nicht. Die Note mangelhaft vergab der ADAC für einen Reifen von Interstate und einen Reifen von Sailun.4*)

Wichtige Informationen aus dem ADAC Winterreifentest

Der ADAC vergibt für die getesteten Reifen nicht nur Noten, sondern er hält für jeden einzelnen getesteten Reifen umfangreiche Informationen bereit. Für jeden Reifen zeigt der ADAC Stärken und Schwächen auf, bei den einzelnen Prüfkriterien analysiert er verschiedene Verhaltensweisen, denen eine unterschiedliche Gewichtung zukommt und die mit Noten bewertet werden. Verschiedene Reifen erreichen die gleiche Gesamtnote, doch unterscheiden sich die Werte in den einzelnen Testkriterien. Der ADAC legt bei der Auswertung der Ergebnisse besonderen Wert auf die Ausgewogenheit der Reifen. So ist ein fundiertes Urteil möglich, in allen Kategorien muss ein Reifen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Hervorragende Einzeleigenschaften haben für Autofahrer nur eine geringe Bedeutung, wenn der Reifen in anderen Kategorien starke Schwächen zeigt. Damit ein Reifen gut ist, muss er sich in vielen Kategorien mit guten Ergebnissen bewähren. Damit ein Reifen mit der Note gut bewertet werden kann, muss er in allen relevanten Testkriterien mindestens mit gut bewertet werden, er muss Werte zwischen 1,6 und 2,5 erhalten. Erreicht ein Reifen in einem Kriterium nur die untere Notengrenze, so kann er keine bessere Note als befriedigend erhalten. Der ADAC hat bisher nicht die Note sehr gut vergeben, denn er geht für seine zukünftigen Reifentests davon aus, dass das Leistungspotenzial der Reifen ansteigt, also dass die Hersteller ihre Schularbeiten machen und die Qualität der Reifen verbessern.

Neue Maßstäbe für die Ermittlung der Gesamtnote

Seit 2012 setzt der ADAC neue Maßstäbe für die Ermittlung der Gesamtnote. Da die Gesamtnote bisher aus den gewichteten Noten der Hauptkategorien ermittelt wurde, konnten sich starke Unterschiede in der Bewertung der Hauptkategorie ausgleichen, was für eine Kaufentscheidung nicht tatsächlich realistisch war. Bekam ein Reifen vom ADAC beispielsweise das Urteil befriedigend, so konnte dieser Reifen teilweise bessere Gesamtnoten erreichen als einer mit dem Urteil gut. Aus diesem Grunde werden für die Gesamtnote die schlechtesten Noten aus den Hauptkategorien herangezogen, die Grund für eine Abwertung des Reifens waren. Hat ein Reifen in nur einem Hauptkriterium nur die Notengrenze erreicht, so gilt diese Notengrenze gleichzeitig als Gesamtnote. Wird gleich in mehreren Hauptkriterien die Notengrenze nicht erreicht, so wird die schlechteste Note als Gesamtnote angesetzt. Für Sie als Verbraucher bedeutet das, dass Sie sich an den Gesamtnoten orientieren können, wenn es um Sicherheit und Qualität geht. Die Kaufkriterien werden damit realistischer bewertet. Als Verbraucher können Sie sich beim Kauf der Testsieger auf gute Gesamteigenschaften verlassen, da die Testsieger in allen Kriterien gute Bewertungen erhalten. Anders sieht das für die Hersteller aus, die mit dem ADAC Winterreifentest aufgefordert werden, ihre Reifen zu verbessern.5*)

ADAC Winterreifentest – Schularbeiten für Reifenhersteller

Die Reifenhersteller fürchten den Winterreifentest ebenso wie die Reifenhändler. Die Händler werden die Produkte, die im Test nur schlechte Noten oder gar die Note mangelhaft erhalten haben, nicht los, selbst dann nicht, wenn sie diese Modelle zu Sonderpreisen anbieten. Sie müssen die Testsieger heranschaffen, die Nachfrage nach diesen Reifen steigt. Das wirkt sich oft auf die Preise aus, nicht wenige Händler nutzen die Situation aus, um die Testsieger für teure Preise anzubieten. Als Verbraucher müssen Sie sich diese Preispolitik nicht gefallen lassen, denn Sie können die Reifen zu günstigeren Preisen online bestellen, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Für die Reifenhersteller ist der Winterreifentest des ADAC in jedem Jahr mit vielen Aufgaben verbunden. Wollen die Hersteller am Markt bestehen bleiben, so sind sie gezwungen, dort anzusetzen, wo die Reifen schlechte Noten erhalten haben. Sie müssen die Qualität der Reifen deutlich verbessern, damit die Reifen eine gute Gesamtnote erhalten. Nur so wird es den Herstellern gelingen, ihre Position am Markt zu behaupten und zu verbessern. Sie als Verbraucher können Einfluss auf die Qualitätspolitik der Händler nehmen, indem Sie Reifen mit befriedigender oder mit ausreichender Gesamtnote nicht kaufen. Hat ein Reifen eine gute Gesamtnote erhalten, so heißt das für den Hersteller nicht, dass er nichts weiter tun muss. Er sollte eine sehr gute Gesamtnote anstreben und daher seine Reifen immer noch weiter verbessern.

Ganzjahresreifen im ADAC Reifentest

Um eine Vergleichsmöglichkeit zu den Winterreifen zu schaffen, soll der Ganzjahresreifentest des ADAC an dieser Stelle erwähnt werden. Im Jahre 2011 testete der ADAC sechs Ganzjahresreifen der Dimension 175/65 R14, nach den gleichen Testkriterien und der gleichen Gewichtung der einzelnen Kriterien wie die Winterreifen. Nur ein Reifen aus dem Hause Goodyear konnte die Note befriedigend erhalten, während alle anderen fünf Reifen lediglich mit mangelhaft bewertet wurden. Der Test zeigt, dass die Ganzjahresreifen längst nicht die Eigenschaften auf winterlichen Straßen bieten wie es bei Winterreifen der Fall ist. Die Ganzjahresreifen sind deutlich preiswerter als Winterreifen, doch eignen sie sich lediglich, wenn Sie im Winter nur sehr selten unterwegs sind und kurze Strecken fahren.6*)

1*) Quelle: http://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/
2*) Quelle: http://www.adac.de/_mmm/pdf/01_Qualit%C3%A4tssicherung_im_TZLL_Allgemein_204775.pdf
3*) http://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/winterreifen/2013_winterreifen_test_185_60_R15.aspx?ComponentId=185944&SourcePageId=31821
4*) http://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/winterreifen/2013_winterreifen_test_225_45_r17.aspx?ComponentId=185957&SourcePageId=31821
5*) http://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/winterreifen/2013_winterreifen_test_225_45_r17.aspx?tabid=tab4
6*) http://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/winterreifen/2011_Ganzjahresreifen_Test_175_65_R14.aspx?ComponentId=87236&SourcePageId=31821