Im Winter sollten Sie auf Winterreifen nicht verzichten, denn nur sie bieten den entsprechenden Halt auf winterlichen Straßen. Winterreifen wurden aus einem besonderen Gummigemisch gefertigt, das eine besondere Elastizität bietet, die auch bei tiefen Minustemperaturen noch gewährleistet ist. Gerade diese Elastizität ist bei den Winterreifen so wichtig, sie ermöglicht eine gute Straßenhaftung bei Schnee, Eisglätte, Reifglätte und bei nassen Straßen, aber auch auf trockenen winterlichen Straßen. Ein weiteres Kriterium, das die Winterreifen so sicher macht und für die richtige Straßenhaftung sorgt, ist das Profil. Es unterscheidet sich deutlich vom Profil der Sommerreifen und auch von Ganzjahresreifen, da es über viele Lamellen und Stollen verfügt. So ist der richtige Grip gegeben, auf Schnee, Eis und bei anderen winterlichen Straßenverhältnissen. Nur dann, wenn das Profil noch ausreichend tief ist, sind Sie sicher unterwegs. Sie sollten also das Profil Ihrer Winterreifen regelmäßig kontrollieren, damit die erforderliche Sicherheit gewährleistet ist.

Das schreibt das Gesetz vor

Das Gesetz schreibt für Sommer-, Ganzjahres- und Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor. Allerdings warnen Experten und auch der ADAC immer wieder davor, dass diese Profiltiefe bei Winterreifen nicht mehr ausreicht und dass die erforderliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Fast jeder dritte Winterreifen hatte im Winter 2009/2010 nur noch ein Restprofil von maximal vier Millimetern, wie eine Umfrage des Reifenherstellers Dunlop ergab. Die Reifen werden damit zwar den gesetzlichen Vorschriften gerecht, es drohen keine Strafen, wenn es zu einem Unfall kommt oder wenn die Polizei die Profiltiefe kontrolliert. Allerdings setzen Sie mit solchen Reifen Ihre eigene Sicherheit aufs Spiel, da diese Winterreifen nicht mehr die erforderliche Straßenhaftung bieten. Rutschgefahr droht, sie kann verheerende Folgen haben.

Profiltiefe von vier Millimetern

Sie sollten Ihre Winterreifen bereits ausmustern, wenn die Profiltiefe vier Millimeter unterschreitet. Bremstests auf nasser Straße haben ergeben, dass die Fahrzeuge deutlich später zum Stehen kommen als Fahrzeuge mit Reifen, deren Profiltiefe noch neun Millimeter beträgt. In Österreich, in Tschechien und in anderen Ländern gelten andere gesetzliche Vorschriften als in Deutschland, eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern ist dort bereits vorgeschrieben. Winterreifen werden heute zumeist in Form von Breitreifen gefahren. Bei den Breitreifen haben Untersuchungen des ADAC ergeben, dass bei Nässe die Haftung des Reifens deutlich abnimmt, wenn die Profiltiefe auf vier Millimeter absinkt. Die Reifen können mit einer solchen geringen Profiltiefe nicht mehr den Wasserfilm verdrängen und verlieren den Straßenkontakt. Sie können in diesem Fall Ihr Fahrzeug nicht mehr manövrieren und bremsen, so kommen Sie von der Fahrbahn ab. Sie sollten die Reifen deshalb in Ihrem eigenen Interesse nicht bis auf 1,6 mm abfahren. Mustern Sie Winterreifen aus, wenn die Profiltiefe auf vier Millimeter abgefahren ist, und Sommerreifen, wenn die Profiltiefe gerade einmal drei Millimeter beträgt. Auch wenn in Deutschland eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern nicht vorgeschrieben ist, sollten Sie darauf achten, dass das Profil diese Tiefe nicht unterschreitet. Das ist zu Ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer wichtig. Auf schneebedeckten, eisglatten und kalten Straßen kommt es auf eine gute Verzahnung des Profils mit dem Untergrund an. Die Profilblöcke müssen sich bis zu einem bestimmten Maß verformen, das ist nicht mehr möglich, wenn das Profil nicht wenigstens vier Millimeter tief ist. Die Flexibilität des Profils ist nicht mehr gewährleistet. Mit Reifen, die nur noch über ein geringes Profil verfügen, kommt es schnell zu Aquaplaning. Das Wasser kann sich wie ein Keil unter das abgefahrene Profil schieben, nicht nur im Winter. Verfügen Ihre Reifen über ein tieferes Profil, kommt es erst bei deutlich höheren Geschwindigkeiten zum gefürchteten Aquaplaning.

Wie Sie die Profiltiefe messen

Die Profiltiefe Ihrer Winterreifen können Sie selbst messen. Moderne Reifen sind bereits mit einer Reifenverschleißanzeige ausgestattet, bei der es sich um Querbalken handelt, die bündig mit dem sie umgebenden Profil werden, sobald das Profil die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttiefe von 1,6 mm erreicht hat. Sie sollten sich auf diese Reifenverschleißanzeige jedoch nicht verlassen, da es besser ist, die Reifen bereits auszutauschen, wenn das Profil noch vier Millimeter beträgt. Ob das Profil noch eine Tiefe von vier Millimetern oder mehr hat, können Sie mit verschiedenen Mitteln selbst feststellen. Das einfachste Mittel zum Messen der erforderlichen Profiltiefe der Winterreifen ist eine Zwei-Euro-Münze. Stecken Sie die Münze ins Profil und ist der Rand der Münze nicht mehr sichtbar, so hat das Profil noch die richtige Tiefe. Bei Sommerreifen können Sie die Profiltiefe mit einer Ein-Euro-Münze messen, da bei ihnen ein Profil von drei Millimetern noch ausreichend ist. Genaue Messungen können Sie mit einem Profiltiefenmesser vornehmen, der wie die Tiefenmesseinrichtung eines Messschiebers funktioniert. Haben Sie einen Messschieber, so können Sie ihn selbstverständlich benutzen und mit dem Tiefenmaß die Profiltiefe messen. Egal, ob Sie den Profiltiefenmesser oder das Tiefenmaß eines Messschiebers verwenden, ist die Anwendung ganz einfach, fast wie bei einem Lineal. Stecken Sie das Tiefenmaß in die Profilrille, zwischen zwei Profilblöcke. Sie müssen das Tiefenmaß bis auf den Grund des Profils führen, um dann auf der Skala die vorhandene Profiltiefe abzulesen. Sie müssen nur darauf achten, dass das Profil sauber ist und dass sich keine Gegenstände, beispielsweise kleine Steinchen, in der Profilrille befinden. Verfügen Ihre Reifen über eine Reifenverschleißanzeige, so dürfen Sie nicht an einer Stelle messen, an der sich ein Abnutzungsindikator befindet. Neben den mechanischen Profiltiefenmessern werden auch digitale Profiltiefenmesser angeboten. Sie funktionieren genau wie die mechanischen Profiltiefenmesser, doch wird die Profiltiefe digital angezeigt und ist noch leichter ablesbar als bei einem mechanischen Profiltiefenmesser. Profis verwenden zur Messung der Profiltiefe die Lasertriangulation. Die Profiltiefe und der Profilverlust können damit über die gesamte Breite des Reifens gemessen werden. Diese Art der Messung ist für den privaten Gebrauch nicht geeignet, da das Messverfahren und die Ausrüstung teuer sind. Ein Fahrbelag mit einem oberflächenbündig einbebauten Messgerät muss überfahren werden, dabei ist eine Geschwindigkeit des Fahrzeugs von mehr als 100 km/h erforderlich. Mit einem bildgebenden Verfahren kann die minimale Profiltiefe gemessen werden, zusätzlich ist erkennbar, ob ein Reifen ungleichmäßig abgefahren wurde. Dieses Messverfahren gewährleistet Rückschlüsse auf fehlerhafte Spur- und Sturzeinstellungen. Dieses Verfahren wird dort angewendet, wo es auf effiziente und genaue Messungen ankommt:

  • Autohäuser
  • Fuhrparks
  • Verkehrsüberwachung
  • KFZ-Werkstätten.

Nur an einem kurzen Bereich des Reifenumfangs erfolgt die Messung. Manuelle Kontrollen können mit diesem Messverfahren nicht ersetzt werden. Mit diesem Verfahren sind keine Rückschlüsse zulässig, ob Stellen des Reifens, an denen nicht gemessen wurde, mangelhaft sind.

Immer an mehreren Stellen messen

Da die Reifen an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark abgenutzt sind, sollten Sie die Profiltiefe immer an möglichst vielen Stellen messen. Misst die Polizei die Profiltiefe und berufen Sie sich darauf, dass Sie eine andere Profiltiefe gemessen haben, so zählt immer der kleinste gemessene Wert. Erwischt die Polizei den Reifen gerade an der Stelle, an der das Profil besonders stark abgefahren ist, dann kann ein Bußgeld drohen. Führen Sie daher sorgfältige Messungen durch und tauschen Sie die Reifen rechtzeitig aus.

Das Profil neuer Winterreifen

Kaufen Sie neue Winterreifen, so können Sie darauf vertrauen, dass sie über die entsprechende Profiltiefe verfügen und dass Sie die Winterreifen noch einige Jahre fahren können, bis die Profiltiefe von vier Millimetern erreicht ist. Allerdings gelten keine Vorschriften für die Profiltiefe neuer Winterreifen, die Profiltiefe von Neureifen ist nicht genormt. In Winterreifen Tests werden die Winterreifen zwar umfangreichen Prüfungen unterzogen und auf viele Kriterien geprüft, doch wird die Profiltiefe, die ein Neureifen hat, nicht gemessen. Lediglich der Verschleiß der Reifen wird geprüft, dabei wird gemessen, welche Profiltiefe nach vielen tausend Kilometern noch vorhanden ist. Die Profiltiefe von Neureifen ist abhängig vom Hersteller, sie liegt zumeist bei neun Millimetern, doch werden auch Reifen mit einer geringeren Profiltiefe angeboten. In welcher Zeit das Profil auf vier Millimetern abgefahren wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Fahrleistung und die Fahrweise wirken sich ebenso auf die Lebensdauer eines Reifens aus wie die Profiltiefe ab Werk, die Profilbeschaffenheit, die Reifenbreite und der Reifenhersteller. Die Lebensdauer der Reifen wird auch durch Reifenluftdruck, Achseinstellungen und Asphalttemperaturen beeinflusst. Hochwertige Markenreifen, wie sie beispielsweise von Dunlop oder von Continental angeboten werden, verfügen zumeist über eine längere Lebensdauer als billige Reifen, trotz gleicher Fahrleistung. Auch dann, wenn das Profil ab Werk nicht tiefer ist als das von Billigreifen, so nutzt sich das Profil nicht so schnell ab. Die Abnutzung des Profils ist bei gleicher Fahrleistung und gleicher Fahrweise bei hochwertigen Reifen zumeist deutlich geringer als bei preiswerten Reifen. Wie sich die Abnutzung des Profils bemerkbar macht, wird im Winterreifentest ermittelt, wenn der Verschleiß getestet wird. Sie sollten daher, wenn Sie Winterreifen kaufen und viel im Winter unterwegs sind, auf den Verschleiß achten, wenn Sie Ihre Winterreifen über lange Zeit fahren möchten.

Vorsicht bei gebrauchten und runderneuerten Winterreifen

Kaufen Sie gebrauchte oder runderneuerte Winterreifen, so sind die Einsparungen nur gering. Bei diesen Reifen ist der Kaufpreis deutlich niedriger als bei Neureifen, doch brauchen Sie bereits nach wenigen Jahren neue Reifen, da sich das Profil schnell abnutzt. Gebrauchte Winterreifen verfügen oft gerade noch über eine Profiltiefe von vier Millimetern, sie müssen bereits nach kurzer Zeit ausgewechselt werden. Runderneuerte Reifen verfügen zwar über eine neue Lauffläche mit einem Profil, das mit dem von Neureifen vergleichbar ist, doch handelt es sich um alte Reifen, die nicht immer über die erforderlichen Sicherheitseigenschaften verfügen. Runderneuerte Reifen verschleißen oft schneller, da es zu Höhen- und Seitenschlägen kommen kann, die sich negativ auf die Abnutzung und auf die Profiltiefe auswirken. Runderneuerte Reifen verfügen oft über sehr schlechte Rundlaufeigenschaften. In Deutschland ist der Marktanteil bei runderneuerten Winterreifen für PKW nur sehr gering. Sparen Sie nicht an Ihrer Sicherheit und kaufen Sie keine runderneuerten oder gebrauchten Winterreifen. Kaufen Sie Neureifen, da sie über einige Jahre die notwendige Straßenhaftung und damit ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

Lagerung und Profiltiefe

Lagern Sie Ihre Kompletträder übereinander oder auf einem Felgenbaum, so hat das keine Auswirkungen auf die Profiltiefe. Reifen, die über keine Felgen verfügen, müssen Sie jedoch auf der Lauffläche stehend lagern. Aufgrund ihres Eigengewichts bekommen die Reifen während der Lagerung Dellen, das Profil nutzt sich geringfügig ab. Sie sollten die Reifen daher regelmäßig etwas drehen, um die Abnutzung und die Bildung von Dellen zu verhindern. Ihre Reifen sollten Sie am besten kühl und dunkel lagern, um das Gummigemisch und die Felgen noch über lange Zeit zu schonen. Damit jedes Rad nach dem Wechsel wieder seinen richtigen Platz am Fahrzeug erhält, sollten Sie die Reifen mit der Laufrichtung und der Position am Auto beschriften. War der Reifen beispielsweise vorn rechts an Ihrem Auto montiert, so beschriften Sie ihn mit VR.

Nicht nur das Profil ist wichtig

Es kommt nicht darauf an, das Profil zu schonen, um die Reifen vielleicht über eine besonders lange Zeit zu fahren. Nach sechs Jahren ist es Zeit, die Reifen gegen neue auszutauschen, unabhängig davon, ob das Profil noch die erforderliche Tiefe hat. Das Gummigemisch zersetzt sich nach sechs Jahren, es wird spröde und bietet nicht mehr die notwendige Flexibilität und Elastizität. Je älter ein Reifen wird, desto schneller vollzieht sich der Zersetzungsprozess. Auch die Temperatur, bei der Reifen gelagert werden, und Sonneneinstrahlung wirken sich auf den Zersetzungsprozess aus und können ihn beschleunigen. Sie sollten daher nicht nur das Profil der Reifen kontrollieren, sondern zusätzlich auf das Alter der Reifen achten. Das Alter Ihrer Winterreifen erkennen Sie an der DOT-Nummer. Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer geben die Produktionswoche und das Produktionsjahr der Reifen an. Hat Ihr Reifen zwar noch nicht das Alter von sechs Jahren erreicht, doch verfügt der Reifen nicht mehr über die Profiltiefe von vier Millimetern, dann sollten Sie ihn auswechseln.

So kommen Sie gut durch die Hauptuntersuchung

Die Hauptuntersuchung, die alle zwei Jahre vorgeschrieben ist und vom TÜV oder von der DEKRA durchgeführt wird, fürchten viele Autofahrer, besonders diejenigen, die bereits ein älteres Auto besitzen. Nicht nur der technische Zustand eines Autos spielt dabei eine Rolle, sondern auch das Profil der Reifen wird kontrolliert. Dabei wird die Mindestprofiltiefe an mehreren Stellen gemessen, der Prüfer kann dazu verschiedene Messgeräte verwenden. Es kommt dabei nicht darauf an, dass der Reifen über eine Profiltiefe von vier Millimetern verfügt, sondern auch mit einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern, wie sie gesetzlich vorgeschrieben ist, besteht Ihr Auto noch die Hauptuntersuchung, wenn sonst alle Voraussetzungen dafür gegeben sind. Um sicher zu sein, sollten Sie jedoch rechtzeitig vorher die Profiltiefe messen und neue Reifen kaufen, wenn die Profiltiefe gerade einmal vier Millimeter ausmacht.