Gute Winterreifen haben ihren Preis, doch bieten sie die erforderliche Sicherheit bei Eis und Schnee sowie auf nasser und reifglatter Fahrbahn. Steht nur ein knappes Budget zur Verfügung, so denken Sie vielleicht daran, gebrauchte oder runderneuerte Winterreifen zu kaufen. So günstig sind runderneuerte Winterreifen allerdings nicht. Sie werden zu überteuerten Preisen angeboten, noch dazu müssen Sie schneller neue Reifen kaufen, da es sich im Grunde um alte Reifen handelt.

Runderneuerte Winterreifen – was ist das?

Runderneuerte Winterreifen sind Reifen, die bereits einmal als Winterreifen genutzt wurden. Die Nutzungsdauer von Winterreifen wird mit sechs Jahren ab Herstellungsdatum angegeben, doch müssen Reifen vorher ausgemustert werden, wenn sie über Beschädigungen verfügen oder wenn das Profil bereits stark abgefahren ist. Sie wissen nicht, welche Geschichte die runderneuerten Reifen erzählen können. Die Reifen erhalten eine neue Lauffläche, mit einem Profil, das sich von dem Profil von Neureifen nicht unterscheidet. Um die Lauffläche aufzubringen, muss die alte Lauffläche entfernt werden. Die neue Lauffläche wird aufgelegt und wird anvulkanisiert. Die Herstellung ist zwar preiswert, gegenüber der Herstellung von Neureifen kann bis zu einem Drittel an Kosten eingespart werden. Allerdings werden runderneuerte Winterreifen nicht immer zu günstigen Preisen angeboten. Für PKW werden runderneuerte Winterreifen nur noch selten verwendet, der Marktanteil macht lediglich fünf Prozent aus. Höher ist der Marktanteil bei den runderneuerten Reifen für LKW. Der Geschwindigkeitsindex ist bei den runderneuerten Reifen niedriger als bei Neureifen, denn die Reifenkarkasse ist bereits gealtert. Bei vielen Fahrzeugen dürfen runderneuerte Winterreifen nicht mehr verwendet werden. Runderneuerte Reifen müssen über eine entsprechende Kennzeichnung und über eine EWG-Zulassung verfügen. Es kann bei der Nutzung runderneuerter Reifen zu Problemen in Form von Seiten- und Höhenschlägen kommen, die Sicherheit kann beeinträchtigt werden.

Die Qualität runderneuerter Winterreifen

Die Qualität von runderneuerten Winterreifen kann stark zu wünschen übrig lassen, was sich am Fahrverhalten zeigt. Häufig zeigen runderneuerte Winterreifen ähnlich schlechte Eigenschaften wie schlecht ausgewuchtete Reifen. Ein wichtiges Kriterium für die Qualität der Reifen ist, wie die Erneuerung erfolgte. Reifen, die nach industriellen Maßstäben runderneuert wurden, können es teilweise in der Qualität mit den Neureifen aufnehmen. Verschiedene runderneuerte Winterreifen zeigten im Test eine gute Haftung auf Schnee sowie gute Schnelllaufeigenschaften. Bei den Brems- und Handlingeigenschaften müssen Sie bei den runderneuerten Reifen jedoch oft erhebliche Abstriche hinnehmen. Sie sollten den höheren Verschleiß der runderneuerten Reifen nicht vergessen. Die Reifen verschleißen schneller, Sie müssen neue Winterreifen kaufen und haben bei den runderneuerten Reifen nicht gespart.

Anforderungen, die runderneuerte Winterreifen erfüllen müssen

Runderneuerte Winterreifen müssen bestimmte Anforderungen an die Sicherheit erfüllen, dafür sorgt ein Kontrollsystem. Die neu zu belegende Reifenstruktur, zu der

  • Karkasse
  • Stahlgürtel
  • Wulst

gehören, wird umfassend geprüft. Die fertigen Reifen werden auf ihre Qualität hin geprüft. Möchten Sie runderneuerte Reifen kaufen und setzen Sie dabei auf Sicherheit, so sollten Sie darauf achten, dass die runderneuerten Reifen über ein Logo der AIR-Mitglieder an der Reifenflanke verfügen. AIR ist die Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft industrieller Runderneuerer, der gegenwärtig drei deutsche Betriebe angehören. Die Reifen müssen nach ECE 108 gekennzeichnet werden, weiterhin muss das Datum der Runderneuerung in Form von Kalenderwoche und Jahr der Erneuerung auf der Reifenflanke verzeichnet sein. Eine Kennzeichnung für die Runderneuerung in Form von „runderneuert“ oder retread“ ist erforderlich.